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Pfefferminze

Pfefferminze

Herrlich duftender Klassiker

Die reinigende und harntreibende Wirkung von Minze wurde bereits in der Antike gegen Verdauungsbeschwerden, Verschleimung, Husten und Kopfschmerzen eingesetzt. Als Zeichen der Freundschaft wurde Minze im Altertum zwischen Schriftrollen gelegt, die Ägypterinnen brachten auf duftenden Minzlagern ihre Kinder zur Welt.

Ein Mythos erklärt die Entstehung der Minze literarisch: Ovid schreibt in seinen Metamorphosen, dass die Unterweltgöttin Persephone die Nymphe Minthe, die Geliebte ihres Gatten Hades, aus Eifersucht in eine Pflanze, die krause Minze, verwandelte. Im Mittelalter findet das Heilkraut bei Karl dem Großen und Hildegard von Bingen Erwähnung.

Bis heute wird der duftende Tee der erfrischenden Pfefferminze zum Essen genossen. Sie regt die Verdauung an, lässt Gallensäfte sprudeln, wirkt gegen Muskelschmerzen, Blähungen sowie gegen Bakterien und faulige Gärungsprozesse.

Pfefferminze
Pfefferminze

Pfefferminze

Wirkung

Die Inhaltsstoffe der Pfefferminze verfügen über folgende Wirkungen:

  • entkrampfend
  • entblähend
  • verdauungsanregend
  • gallenflusssteigernd
  • krampflösend
  • entzündungshemmend
  • die Einatmung verbessernd
  • krampflösend
  • verringert Muskelschmerzen (Myalgien) und Spannungskopfschmerz
Pfefferminze Blüte
Pfefferminze

Pfefferminze

Inhaltsstoffe

Tabelle 1: Pfefferminze Inhaltsstoffe
Pfefferminze Inhaltsstoff Beschreibung
Ätherisches Öl folgt
Menthol folgt
Mentholesther folgt
Ketone folgt
Gerbstoffe folgt
Flavonoide folgt
Bitterstoffe folgt
Pfefferminzbätter
Pfefferminze

Pfefferminze

Anwendungsgebiete

Anerkannte Hauptindikationen von Pfefferminze

Innerliche Anwendung für Pfefferminze bei
Bronchien, Lunge
  • Schleimabsonderung (Katarrhe) der oberen Atemwege
Magen, Darm, Verdauung
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Funktionelle Oberbauchbeschwerden wie Reizmagen, Röhmfeld-Syndrom, Blähungen
  • Blähungen
  • KrämpfedesMagen-Darm-Trakts
  • Reizdarm
Leber, Galle
  • Krämpfe der Gallenwege
Äusserliche Anwendung für Pfefferminze bei
Blut, Herz, Arterien, Venen
  • Funktionelle Kreislaufstörungen

Traditionelle Anwendungsbereiche von Pfefferminze

Innerlich:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Meteorismus (Gasansammlung im Bauch)

Äußerlich:

  • Erkältung
Pfefferminze getrocknet
Pfefferminze

Pfefferminze

Anwendung

Pfefferminze Tee

Bei Magenschleimhautentzündungen, Übelkeit, Erbrechen, symptomatischen Verdauungsstörungen, Blähungen und Koliken sowie Reizdarm wird die Anwendung von Pfefferminze empfohlen. Hierfür 150 ml kochendes Wasser auf 3 g getrocknetes Pfefferminzkraut gießen und 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Das Ganze mindestens dreimal täglich trinken, um eine Wirkung zu erzielen.

ACHTUNG: Den Tee in dieser Form nicht länger als 2 Wochen einnehmen.

Pfefferminze Alkoholauszug

Alternativ zum Tee kann auch ein selbst hergestellter Pfefferminz-Alkoholauszug eingenommen werden. Für 500 ml Auszug mindestens eine Handvoll frische Pfefferminzblätter in ein 500-ml-Weckglas geben und mit etwa 400 ml Alkohol (45 Vol.-%; aus der Apotheke) aufgießen, bis alle Blätter mit Flüssigkeit abgedeckt sind. Das Behältnis gut verschließen und 4 Wochen an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur aufbewahren. Danach abseihen und in einem Braunglasbehältnis bei Zimmertemperatur aufbewahren. Einnahme: Bitte dreimal täglich 3 ml Auszug: 45 Tropfen in 100 ml Wasser geben und einnehmen.

Ätherisches Pfefferminz-Öl

Das ätherische Öl kann äußerlich bei Kopf- und Muskelschmerzen angewendet werden. Bei Kopfschmerzen maximal 1–2 Tropfen auf die Schläfen geben. Bei Muskelschmerzen 3–5 Tropfen auf die schmerzenden Körperstellen geben und einmassieren.

Pfefferminze Massage und Wickel

Bei Krämpfen und Blähungen im Magen-Darm-Bereich wird eine äußerliche Anwendung mit ätherischem Pfefferminzöl empfohlen. Dafür kann eine 10-prozentige Pfefferminzlösung in Ethanol zur lokalen Selbstmassage oder -einreibung, besser noch als warmer Wickel angewendet werden. Hierfür werden ein Leinentuch als Innentuch des Wickels und ein Wollschal benötigt. Das Leinentuch in 1 l warmes Wasser (30 °C) tauchen, auswringen und ausbreiten. Dann 10 Tropfen der Pfefferminzöllösung darauf verteilen. Das Innentuch auf den Wollschal legen und mit der feuchten Seite über dem schmerzenden Bereich des Bauches befestigen und sich in eine Decke kuscheln. Bis zu dreimal täglich wiederholen.

Hinweis: Sollten sich die Beschwerden am dritten Tag nicht gebessert haben, muss medizinischer Rat eingeholt werden.

Minzkapseln

Bei leichten Krämpfen der Gallenwege kann das ätherische Pfefferminzöl innerlich wie äußerlich angewendet werden. Die orale Aufnahme in Kapselform hat sich beispielsweise bei Magen-Darm-Krämpfen oder Reizdarm bewährt, denn das Menthol wirkt sonst bereits entkrampfend auf die Speiseröhre und den Mageneingang, was zu Sodbrennen führen könnte.

Dosierung: Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene sollten dreimal täglich eine Kapsel mit 0,2–0,4 ml (arzneilich wirksamer Bestandteil Pfefferminzöl) einnehmen, Kinder von 8 bis 12 Jahren dreimal täglich eine Kapsel mit 0,2 ml (arzneilich wirksamer Bestandteil Pfefferminzöl). Für die äußerliche Anwendung, zum Beispiel bei Spannungskopfschmerz oder Muskel- und Nervenschmerzen, sollte 5- bis 10-prozentiges ätherisches Pfefferminzöl angewendet werden.