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Kapuzinerkresse

Das natürliche Antibiotikum

Seit Jahrhunderten wird die angeblich aphrodisierende Kapuzinerkresse aus Peru in der Spanisch sprechenden Welt als Blüte der Liebe (Flor de Amor) verehrt. In Europa ist die Pflanze etwa seit dem 17. Jahrhundert als Heil- und Gartenpflanze bekannt.

Der deutsche Name spielt auf die Schärfe (althochdeutsch: „cresso“ = scharf) und die Kapuzenform der Blüten an. In der traditionellen Anwendung stehen die keimabtötenden Wirkungen gegen verschiedene Bakterien, Viren und Pilze im Vordergrund. Diese antibiotischen Eigenschaften, zum Beispiel gegen Kolibakterien oder Pneumokokken, die schwere Infektionen besonders bei Kindern und älteren Menschen verursachen können, sind auch Gegenstand der aktuellen Forschung.

Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeiten, Allergien oder Zerstörung der Darmflora scheinen gering zu sein. Die Kapuzinerkresse ist ein gutes Beispiel für heilsame Pflanzennahrung.

Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Wirkung

Die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse verfügen über folgende Wirkungen:

  • antiviral
  • antibiotisch
  • antimykotisch (wirksam gegen Pilzinfektionen)
  • entzündungshemmend (antiphlogistisch)
  • schmerzlindernd (analgetisch)
  • lokalanästhetisch
  • durchblutungsfördernd
  • wundheilungsfördernd
  • menstruationsregelnd
Große Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Inhaltsstoffe

Tabelle 1: Kapuzinerkresse Inhaltsstoffe
Kapuzinerkresse Inhaltsstoff Beschreibung
KRAUT:
Senfglykoside folgt
Glucotropaeolin folgt
Oxalsäure folgt
Polyphenole folgt
Quercetin-Glucosid folgt
Chlorogensäure folgt
Enzyme folgt
Galactosidase folgt
Myrosinase folgt
Vitamin C folgt
BLÜTEN:
Carotinoide folgt
Alpha-Carotin folgt
Beta-Carotin folgt
Gamma-Carotin folgt
Lutein folgt
Anthocyane folgt
Vitamin C folgt
FRÜCHTE/KAPERN:
Öle folgt
Linolsäure folgt
Stearinsäure folgt
Kapuzinerkresse Blüte
Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Anwendungsgebiete

Anerkannte Hauptindikationen von Kapuzinerkresse

Innerliche Anwendung für Kapuzinerkresse bei
Bronchien, Lunge
  • Katarrhe der Atemwege
Nieren, Harnwege, Geschlechtsorganen
  • Infektionen der ableitenden Harnwege
Äusserliche Anwendung für Kapuzinerkresse bei
Rücken, Muskeln, Gelenke
  • Muskelschmerzen

Traditionelle Anwendungsbereiche von Kapuzinerkresse

Innerlich:

  • Gelenkschmerzen
  • Aphrodisiakum (nicht gesichert)
  • Begleitend bei Erkältung und Grippe (nicht gesichert)
  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Bronchitis
  • Mandelentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Produktiver Husten (auch unterstützend bei Pneumonie)
  • Fieberhafter Infekt
  • Unterstützend bei entzündlichen Genitalerkrankungen
Kapuzinerkresse Samen
Kapuzinerkresse

Kapuzinerkresse

Anwendung

Kapuzinerkresse Kompresse

Stellen Sie zunächst einen Aufguss her. Tagesmaximaldosis: 30 g frisches Kraut aus dem Garten oder 3 g getrocknetes Kraut mit 1 l kochendem Wasser aufgießen und abgedeckt 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und für Kompresse verwenden. Das hilft bei leichten Muskelschmerzen und Wunden. Die Kompresse macht trockene Haut geschmeidig und wirkt lokal antientzündlich, auch bei Wunden.

ACHTUNG: Vor Beginn solcher Behandlungen ist dringend zu einer medizinischen Untersuchung zu raten. Ärztin oder Arzt muss über jede begleitende Maßnahme informiert werden. Sonst sind verordnete Medikamente möglicherweise wirkungslos oder es entstehen andere Nebenwirkungen!

Kapuzinerkresse Kapseln / Tabletten

Bei Katarrhen der Atemwege, Angina, Blasenentzündung oder
Sinusitis ist ein Kombinationspräparat mit Meerrettich und Kapuzinerkressekraut als Kapsel oder Tablette zu empfehlen. Als Nahrungsergänzung auch in Drogerien oder Reformhäusern erhältlich. Als Einzeldosis sollten 14,4 mg Senföl enthalten sein. Bis zu dreimal pro Tag eine Tablette (280 mg) wird empfohlen.

Hinweis: Wegen möglicher Magenreizung am besten nach dem Essen einnehmen. Aber bitte nicht nur den Beipackzettel studieren, sondern auch mit der Ärztin oder dem Arzt des Vertrauens die Indikation abstimmen.

Kapuzinerkresse Presssaft

Alternativ gepresste Frischpflanzensäfte aus Blüten und Blättern, die im Handel angeboten werden, verwenden. Aber nicht mehr als 30 g pro Tag einnehmen und auf Einzeldosen verteilen! Tritt nach 3 Tagen keine Besserung ein, bitte noch einmal Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt halten.