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Kurkuma

Das Gelbe im Curry – gegen „Magen-Darm“

„… die Currywurst!“ Wer kennt es nicht – sowohl den Song als auch die Wurst. Die Safranwurz (Kurkuma), ein Ingwergewächs, verleiht dem Curry die appetitliche gelborangene Farbe und optimiert gleichzeitig die Verdauung. Sie senkt den Fettgehalt, schont die Leber und wirkt nicht nur in Magen und Darm entzündungshemmend.

Die Kurkuma ist in ihren Herkunftsländern Indien und Südostasien ein schon jahrtausendealtes Phytotherapeutikum und Gewürz. In der ayurvedischen und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat die Gelbwurz ihren festen Platz. Als Färbemittel erlangte die Wurzel weltweit große Bekanntheit.

Sicher nach Europa dürfte die Droge im Zuge der Kolonialisierung gelangt sein. Der deutsche Botaniker Jacobus Theodorus Tabernaemontanus erwähnte Kurkuma in seinem „Neuw Kreuterbuch“ von 1588.

Kurkuma
Kurkuma

Kurkuma

Wirkung

Kurkuma hat ein eindrucksvolles Wirkspektrum, es wirkt unter anderem entzündungshemmend, entkrampfend, antibakteriell und antioxidativ auf den menschlichen Körper. Dies ist insbesondere auf den, in der Heilpflanze enthaltenen, Wirkstoff Curcumin zurückzuführen. Des Weiteren sind in dem Rhizom (Wurzelstock) zwei bis sieben Prozent ätherische Öle (Sequiterpene und Zingiberen) und zwei bis fünf Prozent Ferula- und Kaffesäure enthalten.

Der Anteil der Dicinnamoylmethan-Derivate (Curcuminoide) im Wurzelstock beträgt zwischen zwei und neun Prozent. Der Hauptbestandteil der Curcuminoide mit etwa 50% ist Curcumin/Kurkumin. Die Heilwirkung des Curcumins wird in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin schon seit Jahrtausenden geschätzt. In der ayurvedischen Medizin stand die antibakterielle, leberschützende, leberentgiftende und die entzündungshemmende Wirkung im Vordergrund. Auch heutzutage wird der Wirkstoff aufgrund dieser Eigenschaften geschätzt und indiziert.

Aus in-vitro Studien ist bekannt das Curcumin ganz gezielt eine antientzündliche Wirkung entfaltet. Denn es beeinflusst, wie auch Cortison, gezielt das Protein GILZ (Glucocorticoid-induzierter Leuzin-Zipper). GILZ spielt bei Entzündungen im Körper eine Schlüsselrolle. Es unterbindet in den Makrophagen eine Entzündungsreaktion. Das Protein wird bei Infektionen abgebaut, dies hat eine gesteigerte Immunantwort zur Folge. In vitro Studien zeigen, dass auch Curcumin das GILZ-Protein stimuliert. Der Mechanismus ist jedoch ein ganz anderer als bei den Glucocorticoiden, Curcumin hemmt die Entzündung aber die übrigen Zellprozesse, welche normalerweise durch Cortison aktiviert werden, bleiben aus. Dadurch bleiben unerwünschte Nebenwirkungen, wie sie von Cortison bekannt sind, aus. Leider ist der Einsatz von Kurkumin als Arzneimittel eher unwahrscheinlich, da es groß angelegter klinischer Studien bedarf. Aufgrund des fehlenden Patentschutzes für diesen Naturstoff sind solche Studien kaum finanzierbar. So wird Curcumin vorerst als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt bleiben.

Der Wirkstoff Curcumin ist nur schwer wasserlöslich und kann im Magen-Darm-Trakt, aufgrund der hydrophoben Eigenschaften, nur gering absorbiert werden. Natürlich gibt es Methoden um die Bioverfügbarkeit des Curcumins zu erhöhen. Im Ayurveda wird seit jeher die Bioverfügbarkeit von Curcuma durch das erhitzen oder auflösen in Öl erhöht. Weiterhin wird die Resorptionsrate durch sogenannte Drug-Enhancer (z.B. Piperin oder auch Bockshornkleefasern) um ein Vielfaches erhöht. Piperin ist ein Inhaltsstoff der insbesondere in schwarzem Pfeffer (aber auch anderen Pfeffersorten) enthalten ist. Piperin führt zu einer höheren Bioverfügbarkeit, es erhöht die Resorption des Wirkstoffs Curcumin um das 2000-Fache. Aus diesem Grund findet man in Kurkuma-Kapseln häufig nicht nur den Wirkstoff Curcumin sondern als Drug-Enhancer auch Piperin.

Kurkuma ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Die entkrampfende, verdauungsanregende und entblähende Wirkung von Kurkuma ist bei dyseptischen Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Blähungen und schwerer Verdauung wissenschaftlich anerkannt und indiziert. Aber auch bei leichten Leber- und Gallenbeschwerden helfen die gallensaftfördernden, gallenentleerungsstimulierenden und leberschützenden Eigenschaften der Wurzelknolle.

Der Wirkstoff Curcumin soll spezifische Enzyme hemmen, ihm werden schmerzlindernde und wundheilende Eigenschaften zugeschrieben. Aus diesem Grund wird das Kurkumatrockenextrakt in Kapselform traditionell bei schmerhaften, entzündlichen Erkrankungen wie beispielsweise Arthritis eingesetzt. Jedoch ist die pharmakologische Wirkweise von Curcumin noch vielfältiger. So besitzt es auch eine antioxidative (schützt die Zellen vor freien Radikalen) und krebshemmende Wirkung. Des weiteren kann es das Wachstum von Mikroorganismen (Bakterien und Pilze) hemmen.

Aufgrund der pleiotropen Wirkung (Wirkung auf unterschiedliche Zielstrukturen) von Kurkuma wird auch die Verwendung bei tumorösen Erkrankungen viel diskutiert. Auch hier ist insbesondere das Polyphenol Kurkumin mit seiner antikanzegorenen, antimetastatischen und immunmodulatorischen Eigenschaften (Hasima und Aggarwal, 2012) von Bedeutung. Eine wissenschaftliche Zusammenfassung zu Kurkuma von Prof. Dr. Sigrun Chubrasik-Hausmann beschäftigt sich unter anderem mit der krebshemmenden Wirkung. Chubrasik-Hausmann lässt den Einsatz von Kurkumin bei verschiedenen Krebserkrankungen (insbesondere im Darm und im Mund) sinnvoll erscheinen.

Die Inhaltsstoffe der Kurkuma verfügen über folgende Wirkungen:

  • entzündungshemmend
  • entkrampfend
  • fettsenkend
  • antioxidativ
  • leberschützend
  • leberentgiftend
  • entblähend
  • gallensaftfördernd
  • gallenentlehrungsstimulierend
  • antiviral
  • antibakteriell
  • immunmodulatorisch
  • Steigerung der Magensaftsekretion
  • Steigerung der Magen-Darm-Bewegung
Kurkuma Wurzel
Kurkuma

Kurkuma

Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe von Kurkuma haben eine sehr gesundheitsfördernde Wirkung. Der Wurzelstock ist reich an ätherischem Öl und enthält insgesamt mehr als 300 unterschiedliche Substanzen. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind die Curcumonoide (Dicinnamoylmehtan-Derivate).

Curcuminoide sind in allen Curcuma-Arten enthalten. Es handelt sich um ein Antioxidans das zu den sekundären Pflanzenstoffen gehört. Diese natürlichen Geschmacks-. Farb- und Duftstoffe werden ausschließlich in Pflanzen gebildet. Ganz allgemein ist ihre Funktion der Schutz vor Krankheiten und Schädlingen und eine Regulation des Wachstums.

Der Inhaltsstoff Curcumin ist eine phenolische beta-Dicarbonyl-Verbindung. Sie liegt in einer Keto-Enol-Form vor, welche durch eine Wasserstoffbrücke stabilisiert wird. Insbesondere die Curcumoide: Curcumin (Curcumin I), Monodesmehoxycurcumin (Curcumin II) und Didesmethoxycurcumin (Curcumin III), sind von Bedeutung. In den Curcuma-Arten Curcuma-Longa und Curcuma aromatica sind alle drei Curcuminoide enthalten. In anderen Arten wie beispielsweise Curcuma-Xanthorrhiza sind nur die Curcumine I und II dominant. Häufig wird die Bezeichnung Curcumin nicht eindeutig verwendet. Curcuminoide haben tatsächlich nur einen geringen Anteil (drei bis fünf Prozent) in der Gelbwurzel, in qualitativ und quantitativ unterschiedlichen Mengen.

Die Curcuminoide sind auch verantwortlich für die gelbe Farbe der Wurzel. Das sieht man ganz deutlich bei dem Prozess der Extraktion. Nach der Reinigung der Rhizome werden sie in heißem Wasser gebrüht. Durch das Aufbrühen verkleistert die Stärke und die Curcuminoide treten aus den Exkretzellen aus, sie werden als leuchtend gelber Farbstoff sichtbar.

Die Wirkung des Curcumins wurde in zahlreichen Studien erforscht und hat sich dabei als wertvoller Wirkstoff entpuppt. Allerdings gibt es Hinweise dass der Verbund mit anderen bioaktiven Wurzelstoffen noch wirksamer sein könnte. Hier sind insbesondere die Turmerosacchariden und die Ätherischen Öle hervorzuheben. Forschungen haben ergeben, dass insbesondere die Turmerosaccharide eine synergistische Wirkung gemeinsam mit dem Curcumin haben. Das bedeutet dass die Wirkstoffe besonders gut zusammenarbeiten. Die Turmerosaccharide in Kombination mit den anderen Wurzelstoffen scheinen einen vielversprechenden therapeutischen Wert zu haben.

Das Ätherische Öl ist ebenso ein wichtiger Bestandteil der Gelbwurzel. So soll es die Resorption des Curcumins verbessern. Mithilfe der ätherischen Öle kann das nicht wasserlösliche Curcumin anscheinend besser in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Insbesondere Sesquiterpenketone sind Bestandteil des Curcuma-Öls. Dazu gehören Zingiberen, Curcumen, Zingiberol, Curcumol, alfa- und beta-Turmeron, und alfa- und beta-Atlanton. Des weiteren sind Monoterpene wie Camphen, Pinen, Cineol, Borneol und Campher enthalten. In Curcuma-longa ist der Gehalt an Tumeron, Turmerol und ar-Turmeron besonders hoch. Der wohltuende und wärmende Duft des ätherischen Curcuma-Öls soll helfen Spannung und negative Gefühle zu lösen und so Körper und Geist zu entspannen.

Weitere Bestandteile von Kurkuma sind Proteine, Harze und verschiedene Zuckerarten, zudem auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Kurkuma ist ein gesundes Superfood, mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen. Was kaum einer weiß ist das Kurkuma auch einen recht hohen Eisengehalt aufweist. Der Eisengehalt wird allerdings nur dann relevant, wenn man Curcuma hochdosiert als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt. So enthalten 5g Kurkuma in etwa 2mg Eisen (ungefähr 20% des Tagesbedarfs).

Tabelle 1: Kurkuma Inhaltsstoffe
Kurkuma Inhaltsstoff Beschreibung
Curcumin folgt
Monodemethoxycurcumin folgt
Bismethoxycurcumin folgt
Ätherisches Öl folgt
Turmeron folgt
Zinigiberen folgt
Ferulasäure folgt
Kaffeesäure folgt
Stärke folgt
Immunologisch aktive Polysaccharide folgt
Kurkuma Blüte
Kurkuma

Kurkuma

Anwendungsgebiete

Kurkuma ist eine Heilpflanze mit zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten. In der Pflanzenheilkunde wird die Knolle vornehmlich innerlich angewendet – insbesondere bei verschiedene Beschwerden im Oberbauch (dyspeptische Beschwerden).

Aufgrund der stark färbenden Eigenschaften kommt Gelbwurzel als Farbstoff (E 100) in zahlreichen Lebensmitteln zum Einsatz. Der Farbstoff Curcumin wird sogar als natürliches Färbemittel für Textilien verwendet. Als Gewürz ist das Pulver der Wurzelknolle Bestandteil der beliebten Curry-Mischung. Kurkuma hat sich in den letzten Jahren aufgrund seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften zu einem beliebten Superfood entwickelt. So ist die Wurzel Bestandteil von Suppen, Limonaden, Tees, Smoothies, Shots, Goldene Milch und anderen Kurkuma-Produkten. Häufig wird es mit Ingwer kombiniert. Als neues Trendgetränk ist aktuell Kurkuma-Wasser beliebt. Der Geschmack von Curcuma ist herb, erdig-bitter und mild-würzig.

Kurkuma ist anerkannt als ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel und wird als Nahrungsergänzungsmittel vertreiben. Die innere Anwendung wird vorzugsweise als Kapsel verabreicht. Hier muss jedoch unterschieden werden zwischen Kapseln mit Kurkumapulver und Kapseln mit reinem Curcumin. Es ist bekannt, dass Curcumin nicht gut im Darm absorbiert werden kann. Aus diesem Grund sollte bei der Anwendung von Curcumin-Kapseln darauf geachtet werden, dass es gemeinsam mit Bio-Enhancern wie beispielsweise Piperin verabreicht wird. So kann die Bioverfügbarkeit effektiv erhöht werden.

Die entzündungshemmenden und entkrampfenden Eigenschaften der Heilpflanze helfen insbesondere bei Verdauungsbeschwerden, Blähbauch, Flatulenz und Völlegefühl. Die Komission E erkennt die Verwendung von Kurkuma bei dyseptischen Beschwerden an. Eine ähnliche Verwendung ist auch in der Monografie der WHO zu finden. Aufgrund der antiphlogistischen (entzündungshemmenden) Wirkung ist auch eine Anwendung bei entzündlichen Prozessen, wie bei Morbus Crohn, Colitis und rheumatoider Arthritis möglich. Die deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) empfiehlt Curcumin bereits in den Leitlinien für entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa.
Eine Wirksamkeit laut Erfahrungsheilkunde liegt auch bei Reizdarm, Appetitmangel, Entzündungen des vorderen Auges (Uveitis) und bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallensystems vor. (Vorsicht nicht bei Gallenverschluß anwenden!). Zudem stimuliert und schützt Kurkuma die Leber.

Ein Teeaufguss aus der der getrockneten Wurzelknolle wird in der Volksmedizin innerlich bei Verdauungsbeschwerden, Erkältung und Menstruationsschmerzen empfohlen. Die Anwendung und genaue Dosierung und für einen Kurkuma-Tee finden sie weiter unten.

Insbesondere aus der Volksmedizin ist auch eine äußerliche Anwendung bekannt, so kommt die wundheilende und entzündungshemmende Wirkung der Heilpflanze bei Furunkeln, Prellungen, Insektenstichen und Ringelflechte zum Einsatz. In der Ayurvedamedizin ist ebenfalls eine äußerliche Anwendung bei Rücken- und Gelenkschmerzen bekannt. Die in Kurkuma enthaltenen Scharfmacher sollen über die Haut aufgenommen werden können und die für die Schmerzwahrnehmung zuständigen Neurotransmitter blockieren. So soll ein Kurkuma-Öl, -Salbe oder Ghee verhindern, dass die Schmerzen zum Gehirn weitergeleitet werden. Im Ayurveda kann die äußerliche Anwendung auch als Hausrezept umgesetzt werden und deren Wirkung mit wärmenden Kompressen verstärkt werden.

Anerkannte Hauptindikationen von Kurkuma

Innerliche Anwendung für Kurkuma bei
Magen, Darm, Verdauung
  • Dyspeptische Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und schwere Verdauung
  • Übersäuerung
Leber, Galle
  • Leichte Leber-und Gallenbeschwerden

Traditionelle Anwendungsbereiche von Kurkuma

Innerlich:

  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Verdauungsstörungen
  • Gallenblasendysfunktion
  • Reizdarm-Syndrom
  • Entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen
  • Asthma
  • Bronchitis
  • Gelbsucht
  • Wurmbefall
  • Hepatopathien
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen
  • Metabolische Erkrankungen

Äußerlich:

  • Prellungen
  • Entzündliche und septische Erkrankungen von Haut und Auge
  • Furunkel
  • Insektenstiche
  • Ringelflechte
  • Rücken- und Gelenkschmerzen
  • Als Hämostatika (Substanzen die zur lokalen Blutstillung angewendet werden)

Achtung: Die Evidenzlage ist trotz vieler Studien bei traditionellen Anwendungsbereichen nicht gesichert.

Reformhaus Heilpflanzen

Kurkuma bei Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsbeschwerden (Dysepsie) 

Eine Hauptindikation für die innere Anwendung von Kurkuma sind dyseptische Beschwerden. Als Dysepsie bezeichnet man unspezifische Oberbauchbeschwerden wie Sodbrennen, Völle- und Druckgefühl, Krampfbeschwerden und Meteorismus. Die Kommission E empfiehlt die verdauungsfördernde Wirkung der Kurkumawurzel bei dyseptischen Beschwerden.

Die Leberzellen schütten durch die Einnahme von Kurkuma vermehrt Gallensäure aus, dadurch kommt es zu einer Stärkung der Verdauung. Gelbwurz fördert zudem die Fettverdauung über die Leber und die Galle und vermindert so Oberbauchbeschwerden nach den Mahlzeiten. In einer klinischen Studie besserten sich die Symptome von Verdauungsstörungen und Reizdarm durch die tägliche Einnahme von 2800 mg Kurkuma-Trockenextrakt bei 60% der Patienten. In der traditionellen Medizin wird Kurkuma bei Verdauungsstörungen eingesetzt. Ebenso kommt es bei Durchfall und Magendarminfekten zum Einsatz.

Kurkuma bei Arthrose und Rheuma

Traditionell wird Kurkuma und der Wirkstoff Curcumin bei Entzündungen durch rheumatoide Arthritis angewendet. Hier sollen die entzündungshemmenden Eigenschaften Linderung verschaffen und Curcumin die Schmerzen der Gelenkbeschwerden verringern. In der ayurvedischen Medizin ist die entzündungshemmende Wirkung seit langem bekannt. Neuere Studien weisen darauf hin das Curcumin ein Potenzial bei der Vorbeugung von Arteriosklerose haben könnte.

Kurkuma bei Krebs

Die positive Wirkung von Kurkuma bei tumorösen Erkrankungen wird aufgrund seiner pleiotropen Wirkung viel diskutiert. Pleiotrop bedeutet, dass die Wirkung eines Medikamentes auf unterschiedliche Zielstrukturen verschiedene Wirkungen hervorrufen kann. Tatsächlich zeigt Curcuma und der Wirkstoff Curcumin in vitro eine schützende Wirkung bei Magen-Darm- und Hautkrebs.

In der wissenschaftlichen Zusammenfassung über Kurkuma von Prof. Dr. Sigrun Chubrasik-Hausmann (Allgemeinmedizinerin mit Zusatzausbildung in Naturheilverfahren – Koordinatorin des Schwerpunkts Phytotherapie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Freiburg im Breisgau) findet man einen Hinweis auf den Einsatz von Curcumin bei Krebserkrankungen (insbesondere im Darm und im Mund).

Eine große Anzahl von Studien konnte eine Tumorprävention und Reduktion der Tumorinzidenz bestätigen. Die Studien geben jedoch nur Hinweise, die Wirksamkeitsevidenz ist bisher noch lückenhaft. Hier besteht großes Potential für die Krebsvorsorge. Aus diesem Grund sollte die Tumorprävention weiter untersucht werden, bis die Evidenzlage gesichert ist.

Kurkuma bei Diabetes

Kurkuma wird traditionell bei Metabolischen Erkrankungen wie Diabetes eingesetzt. Da angenommen wird das Kurkuma die Fettverdauung fördert, scheint auch die Anwendung bei Folgekrankheiten von Übergewicht (Diabetes, Fettstoffwechselstörungen) plausibel. Experimentelle und klinische Studien weisen darauf hin, dass eine bluttfettsenkende Wirkung von Kurkuminoiden lediglich in Kombination mit dem Drugenhancer Piperin gegeben ist. Die Auswertung der Daten konnte die fettsenkende Wirkung von Kurkuma final nicht belegen.

Auch wenn die Wirksamkeit beim Menschen bisher nicht nachgewiesen konnte, besteht ein Potenzial für die Anwendung bei Diabetes. Tierversuche zeigen, dass durch curcuminhaltiges Futter der Cholesterinspiegel (LDL und VLDL) bei zuckerkranken Ratten gesenkt werden kann, auch Nierenschäden konnten bei den erkrankten Tieren verzögert werden.

Kurkuma bei Lipödem

Kurkuma hat womöglich fettsenkende Eigenschaften. Die Wirksamkeit konnte diesbezüglich jedoch in Studien noch nicht belegt werden. Aus diesem Grund ist die Einnahme von Kurkuma bei Lipödem vorerst nicht indiziert.

Kurkuma bei Erkältungen (Halsschmerzen, Schnupfen und Atemwegserkrankungen) 

Kurkuma findet traditionell Anwendung bei Erkältungen. Das lässt sich unter anderem mit den antioxidativen und immunmodulierenden Eigenschaften von Curcuma erklären. Ebenso wird der Wurzelknolle eine antibakterielle und antivirale Wirkung zugeschrieben. Tatsächlich zeigte sich im Reagenzglas eine Hemmung bestimmter Bakterien. Kurkuma Tee aus der frischen Wurzel oder dem getrockneten Curcuma Pulver kann bei Erkältungen eingesetzt werden. Die krampflösenden und antibakteriellen Eigenschaften von Gelbwurz werden in der Volksmedizin auch bei Bronchitis eingesetzt.

Kurkuma bei Regelschmerzen 

Kurkuma wird traditionell bei Dysmenorrhoe (Menstruationsschmerzen) und Ausbleiben der Menstruation angewendet. Hier kommen die entkrampfenden und schmerzlindernden Eigenschaften der Knolle zum Einsatz. In der zweiten Kategorie der WHO, die sich auf Arzneibücher und traditionelle Systeme der Medizin bezieht werden auch gesundheitsfördernde Eigenschaften bei Amenorrhoe (das Ausbleiben der Menstruation) und Dymenorrhoe genannt. Als Tee getrunken soll er Linderung verschaffen. Laut TCM soll Kurkuma den Blutfluss anregen und bei Dysmenorrhoe helfen.

Kurkuma bei Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüren

Die Wirkung von Kurkuma bei Magenschleimhautentzündungen ist nicht nachgewiesen. Jedoch werden die entzündungshemmenden Eigenschaften der gelben Knolle traditionell bei einer Vielzahl von Magen-Darm-Beschwerden angewendet. Zu der traditionellen Anwendung gehören auch Magenschleimhautentzündungen. In der TCM wird Curcuma-Extrakt bei Magenbeschwerden verabreicht.

Klinische Studien bei Patienten mit Magengeschwüren ergaben kein eindeutiges Ergebnis, die Symptomatik besserte sich aber die tägliche Einnahme von einer Kurkumazubereitung war der eines Plazebos nicht überlegen.

Kurkuma bei Depressionen

Studien und Laborversuche weisen darauf hin, dass Kurkuma einen positiven Effekt auf leichte Depressionen haben könnte. Jedoch sind umfassende klinische Studien notwendig um gesicherte Ergebnisse zu erlangen. Die Traditionelle Chinesische Medizin empfiehlt Kurkuma bei depressiven Stimmungen.

Kurkuma bei Alzheimer

Auch bei neurodegenerativen Erkrankungen, wie Alzheimer, erhofft sich die Forschung Erfolge durch Curcumin. Die Nervenkrankheit geht mit Absterben der Nervenzellen einher. Wissenschaftler konnten zeigen, dass Curcumin die Funktion der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) in den Nervenzellen verbessern kann. Hieraus ergibt sich eventuell eine Prävention durch Curcumin bei Demenzerkrankungen.

In Laborversuchen wurde entdeckt, dass Kurkuma Prozessen entgegen wirken kann welche für die Alzheimer-Krankheit eine wichtige Rolle spielen. Zu diesen Prozessen gehören Ablagerungen im Gehirn (amyloide Plaques), oxidativer Schaden und Entzündungsvorgänge. Kurkuma scheint all diese Prozesse zu vermindern und zu verhindern.

Kurkuma bei Hauterkrankungen

Kurkuma wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bei Ekzemen und Hautausschlägen innerlich angewendet. In der traditionellen Medizin wird die Kurkuma-Paste als erste Hilfe bei Schnittwunden, Verbrennungen und Insektenstichen verwendet. Die Paste wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und soll so den Heilungsprozess beschleunigen und die Wunde desinfizieren. Eine Wirkung bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) konnte in klinischen Studien nicht belegt werden.

Kurkuma bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die antioxidativen Inhaltsstoffe des Curcumins schützen den Körper vor freien Radikalen. Als Schutz vor oxidativen Stress kommen sie in der traditionellen Medizin für die Prävention von Herzerkrankungen zum Einsatz.

Kurkuma für Hunde

Die gesundheitsfördernde Wirkung der goldgelben Wurzel kommt auch als Nahrungsergänzungsmittel für Hunde zum Einsatz. Hier verwenden Hundebesitzer meist Pasten oder Pulver. Diese sollen die Immunabwehr steigern und die Organfunktionen fördern. Die Heilpflanze soll, wie beim Menschen, bei Darmerkrankungen und tumorösen Erkrankungen positiv unterstützen. Auch wird sie gerne bei Gelenkbeschwerden eingesetzt.

Kurkuma Pulver
Kurkuma

Kurkuma

Anwendung

Die getrocknete Kurkuma-Knolle wird zu Kurkuma Pulver oder Kurkuma Extrakt verarbeitet und im täglichen Gebrauch als Kapsel, Paste oder Tee angewendet.

Weniger bekannt sind äußerliche Anwendungen, das liegt vermutlich an den stark färbenden Eigenschaften der Knolle.

Dosierung: Im Bundesanzeiger wird als Empfehlung eine mittlere Tagesdosis von 1,5 bis 3 g frischem oder pulverisiertem Wurzelstock (mit 3 % Curcumin und 3 % ätherischem Öl) angegeben. Die Grenzwerte für Curcumin sind von der WHO gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO erhöht worden: auf bis zu 3 mg/kg Körpergewicht.

ACHTUNG: Kurkuma färbt stark! Bei der Verwendung der frischen Wurzel unbedingt dickere Gummihandschuhe benutzen und ein unempfindliches Schneidebrett oder eine entsprechende Unterlage verwenden.

Tee

Kurkuma Tee

Bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie bei Erkältungen 1 g frischen Kurkumawurzelstock aus dem Reformhaus dreimal täglich mit 300 ml Wasser zum Sieden bringen und 5–10 Minuten leicht kochen lassen. Anschließend abseihen. Tipp: Tagesdosis vorbereiten. 3 g Wurzel auf 1 l Wasser zum Sieden bringen und 5–10 Minuten leicht köcheln lassen. Dann abseihen und in eine Thermostasse oder -kanne füllen. Einnahme: Über den Tag in mindestens drei Dosen trinken.

Alternative: Dreimal 1 g trockenen, grob pulverisierten Kurkumawurzelstockextrakt aus dem Reformhaus oder der Apotheke mit 150 ml Wasser zum Sieden bringen und 5–10 Minuten ziehen lassen. Anschließend abseihen und trinken.

Creme

Kurkumapaste für goldene Milch, Curry oder Tee / Aufguss

Kurkumapaste kann jeder Mensch selbst frisch zubereiten. Bei einer Tendenz zu symptomatischen Verdauungsproblemen oder Erkältungen wird eine Kur über 2 Wochen empfohlen.

Etwa eine Tasse gefiltertes Wasser mit circa einer Vierteltasse Bio-Curcuma Pulver oder frischen Wurzelstöcken in Bio-Qualität auf dem Herd zum Sieden bringen. Die Paste nach kurzem Aufkochen bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren etwa 15 Minuten reduzieren lassen. Danach das Ganze vom Herd nehmen und 20 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Anschließend mit dem Stabmixer zu einem homogenen Brei verarbeiten, einige Tropfen Kokos- oder Olivenöl und eine Prise frisch gemahlenen Pfeffer in den Topf geben und nochmals gut verrühren. Dann in ein sauberes Weck- oder Marmeladenglas füllen und abdecken. Abschließend weiter auskühlen lassen und im Kühlschrank aufbewahren. Bis zu zwei Wochen haltbar. Einen Teelöffel (etwa 3 g) täglich direkt einnehmen.

Als Grundlage für eine Goldene Milch einen Teelöffel der Paste in warmer Kuh- oder Pflanzen-Milch auflösen. Als Tee-Aufguss die gleiche Menge mit warmem Wasser aufgießen oder als Zutat für ein Gemüsecurry verwenden.
Der Wurzelstock in Bio-Qualität kann auch mit Schale verwendet werden.

Kapseln

Kurkuma Kapseln

Bei Arthritis zweimal täglich eine Kapsel Kurkumatrockenextrakt. Tagesmaximaldosis: 90–200 mg Kurkumatrockenextrakt (je nach Präparat) aus dem Reformhaus oder der Apotheke.

Bitte Packungsbeilage beachten!

Reformhaus Heilpflanzen
Kurkuma

Kurkuma

Botanische Infos

Kurkuma, auch Gilbwurzel oder gelber Ingwer genannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingi¬bera¬cae). Curcuma longa ist eine krautige Pflanze. Sie hat hellgrüne eiförmig-lanzettliche Blätter und weiß-gelbe (C. Longa) oder purpurfarbene (C. zanthorrhiza) Blüten.

Kurkuma, auch Gilbwurzel oder gelber Ingwer genannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse (Zingi¬bera¬cae). Curcuma longa ist eine krautige Pflanze. Sie hat hellgrüne eiförmig-lanzettliche Blätter und weiß-gelbe (C. Longa) oder purpurfarbene (C. zanthorrhiza) Blüten.

Die sich am Stängel in Spiralen bildenden Blätter erreichen die beträchtliche Länge von etwa einem Meter. Am Ende der Stängel befindet sich der ährige, zapfenartige Blütenstand. Die Blüten werden von den scheidenartigen Blattstielen umschlossen.

Unter der Erde befinden sich die Rhizome (Wurzelstock). Diese Speicherorgane sehen aus wie Wurzeln, es handelt sich jedoch um verdickte Sprossknollen. Die Rhizome sind die Wurzelstöcke, die zu der gelblichen Droge verarbeitet wird. Die Heimat der Kurkuma-Wurzel sind die tropischen Breiten Asiens. Kultiviert wird sie dort und auch in Afrika. Importiert wird die Gelbwurz aus Indien, China, Indonesien und Thailand.

In manchen Kulturen ersetzt Kurkuma den hochpreisigen Echten Safran, aus diesem Grund ist er auch als indischer Safran bekannt. Interessanterweise bedeutet „kunkuman“ auf altindisch Safran, möglicherweise wurde daraus der Name der Heilpflanze abgeleitet. Die gelb-orangene Wurzel ist dem Safran jedoch ganz und gar nicht unterlegen. Ganz im Gegenteil wird Kurkuma, vermutlich aufgrund der gesunden Inhaltsstoffen, auch als Königin der Gewürze bezeichnet.

Die Javanische Gelbwurzel besitzt eine ähnliche Gestalt wie die klassische Gelbwurzel, wächst aber bis in eine Höhe von ca. 1,80 m. Sind die Blütenblätter des klassischen Gelbwurz eher gelblich, so haben die Blätter des Javanischen Gelbwurz eine karmesinrote Farbe. Zur Droge wird gleichfalls die Knollenwurzel verarbeitet. Auch sie hat die namengebende gelbe Farbe. Die Heimat der Javanischen Gelbwurz ist das tropische Südostasien und Indonesien. Kulturen für den Export gibt es auf Java, in Malaysia und China. Die chemische Zusammensetzung ist ähnlich, jedoch ist der Anteil an ätherischem Öl höher als in der klassischen Gelbwurz, der Anteil der Curcuminoide dagegen geringer.

Kurkuma

Kurkuma

Studien und Wissenschaft

Für die phytotherapeutische Verwendung relevant sind zwei Kurkuma-Arten: Curcuma longa oder domestica, auch Gelbwurz genannt, sowie Curcuma xanthorrhiza, auch Javanische Gelbwurz genannt.

Kurkuma ist in seinen Herkunftsländern ein schon jahrtausendealtes Phytotherapeutikum. Im Ayurveda und in der traditionellen chinesischen Medizin hat die Gelbwurz ihren festen Platz. Auch in der abendländischen Antike scheint Kurkuma unter anderem Namen bekannt gewesen zu sein, wobei nicht sicher ist, ob sich die einschlägigen Schriftsteller wie Diokurides oder Plinius auf die heute so bezeichnete Pflanze beziehen. Sicher nach Europa dürfte die Droge im Zuge der Kolonisation gelangt sein. Der deutsche Botaniker Jacobus Theodorus Tabernaemontanus erwähnt Kurkuma in seinem Neuw Kreuterbuch von 1588. Der Gebrauch als Choleretikum und Cholekinetikum steht historisch im Vordergrund.

Die Kommission E gibt zwei Monographien für die Gelbwurz heraus: für Curcuma longa und für Curcuma xanthorrhiza. In beiden Monographien beschränkt sich die Indikationsangabe auf dyspeptische Beschwerden. Die WHO gibt in ihrer Monographie zur Wurzel der klassischen Gelbwurz (Curcuma longa) in der höchsten Kategorie aufgrund klinischer Daten an: saure, flatulente oder atonische Dyspepsie. In der zweiten Kategorie (Arzneibücher und traditionelle Systeme der Medizin) erscheinen die Indikationen Zwölffingerdarmgeschwür, Schmerzen und Entzündungen aufgrund von rheumatoider Arthritis, Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Diarrhoe, Epilepsie, Schmerzen und Hautkrankheiten. In der dritten Kategorie (volksmedizinischer Gebrauch) gibt die WHO Asthma, Furunkel, Prellungen, Husten, Benommenheit, Epilepsie, Hämorrhagie, Insektenstiche, Gelbsucht, Ringelflechte, Harnkonkremente, langsame Milchabsonderung an.

Das HMPC gibt zwei gesonderte Monographien für die Curcuma longa und die Curcuma xanthorrhiza heraus: Für jene gibt es ausschließlich in der Kategorie Traditional Use die Angabe Linderung von Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, langsame Verdauung und Flatulenz, für diese in der gleichen Kategorie die Angabe einer symptomatischen Behandlung derselben Indikationen. In den gleichfall getrennten ESCOP-Monographien steht als therapeutische Indikation für Curcuma longa die symptomatische Behandlung leichter Verdauungsstörungen und geringer Dysfunktion der Galle, für die Curcuma xanthorrhiza gelten dieselben Indikationen.

Das Europäische Arzneibuch gibt getrennte Monographien für beide Curcuma-Arten heraus. Die Forschung hinsichtlich unterschiedlicher Indikationen ist allerdings noch sehr aktiv, so dass in Zukunft weitere Krankheitsbilder durch Curcuma evidenzbasiert gelindert oder geheilt werden können. Als Beispiel sei hier eine multizentrische, randomisierte Vergleichsstudie aus dem Jahre 2014 angegeben, die die Wirksamkeit eines Curcuma-domestica-Extrakts im Vergleich mit Ibuprofen bei Osteoarthritis im Knie untersuchte. Ergebnis war, dass Curcuma die gleiche Effektivität hatte, aber weniger gastrointestinale Beschwerden verursachte (Kuptniratsaikul et al. 2014).