Inhalt

Manuka

Fl├╝ssiges Gold aus Neuseeland

In Buschw├Ąldern fernab der neuseel├Ąndischen Bev├Âlkerung sammeln Bienen den Nektar aus den Bl├╝ten der wild wachsenden S├╝dseemyrte (Leptospermum scoparium), die auch Manuka genannt wird. Im Darm wandeln die Bienen den Nektar in einen speziellen Honig um, dem in der Naturheilkunde eine gro├če Heilwirkung zugesprochen wird.

Von den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, wird sowohl die Manuka-Pflanze mit seinen ├Ątherischen ├ľlen als auch der von den Bienen hergestellte Manuka-Honig seit Jahrhunderten innerlich und ├Ąu├čerlich f├╝r Heilzwecke genutzt. Die Maori stellen einen Sud, Auszug, ├ľle oder Tee aus dem Pflanzensaft, den Samen, der Rinde, dem Harz, den Bl├Ąttern oder Bl├╝ten der Heilpflanze her. Damit behandeln sie z. B. Magenbeschwerden, Haut- und Erk├Ąltungserkrankungen oder unterst├╝tzen mit Umschl├Ągen die Wundheilung. Insbesondere der Honig gilt als sehr gesund und soll unter anderem ├╝ber antibakterielle und entz├╝ndungshemmende Eigenschaften verf├╝gen.

Um 1860 produzierten die Maori bereits gro├če Mengen Manuka-Honig. Jahre sp├Ąter wurde die Honig-Produktion mit dem Einf├╝hren von h├Âlzernen Bienenk├Ąsten auch kommerzialisiert. Daf├╝r m├╝ssen die Bienenst├Âcke teilweise per Hubschrauber in die entlegenen Gebiete Neuseelands geflogen werden. Auch in der westlichen Welt wird der Honig der S├╝dseemyrte immer beliebter und f├╝r medizinische Zwecke oder zur s├╝├čen Verfeinerung von Speisen und Getr├Ąnken verwendet.

Manuka Bl├╝te mit Biene
Manuka

Manuka

Wirkung

Sowohl die Heilpflanze als auch der Manuka-Honig enth├Ąlt Bestandteile mit gesundf├Ârdernder Wirkung. Die Pflanzenteile sind reich an ├Ątherischen ├ľlen und weisen eine antibakterielle und antientz├╝ndliche Wirkung auf. Dem Manuka-Honig wird zudem eine antiseptische, antioxidative, antivirale, wundheilende und eine immunstimulierende Wirkung zugeschrieben. Der bedeutendste Wirkstoff des Honigs ist ein Zuckerabbauprodukt, das sogenannte Methylglyoxal, kurz MGO.

Neben ├Ątherischen ├ľlen enth├Ąlt der Nektar der Manuka-Pflanze ein besonderes Kohlenhydrat namens Dihydroxyaceton. Dabei handelt es sich um eine Vorstufe des Methyglyoxals, das im Bienenstock von den Bienen in MGO umgewandelt wird.

Beim MGO sind insbesondere die antibakteriellen Eigenschaften von Bedeutung, die bereits in Studien nachgewiesen werden konnte. Dabei wurde die Wirkung auf Bakterien getestet, die sich auf der Haut, den Schleimh├Ąuten und in Wunden befinden. Es wird vermutet, dass der Wirkstoff die Zellw├Ąnde der Bakterien zerst├Âren und ihren Energiestoffwechsel lahmlegen kann. Wie genau der Vorgang funktioniert, ist jedoch unklar.

Aufgrund der antibakteriellen Effekte wird Manuka-Honig zur unterst├╝tzenden Behandlung von entz├╝ndlichen Hauterkrankungen, bakteriellen Infektionen im Magen-Darm-Trakt oder zur Wunddesinfektion bei kleinen oberfl├Ąchlichen Verletzungen und Schnitten verwendet.

Dar├╝ber hinaus werden dem au├čergew├Âhnlichen Naturstoff antioxidative und entz├╝ndungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Als Antioxidans kann er vor oxidativem Stress sch├╝tzen, der entsteht, wenn sich zu viele reaktive Sauerstoffspezies (ROS) im K├Ârper ansammeln. Diese freien Radikale, die u. a. als nat├╝rliche Nebenprodukte im Stoffwechsel anfallen, sch├Ądigen die K├Ârperzellen und gelten als Mitverursacher verschiedener Erkrankungen. Obwohl Studien zum Gesamtgehalt an Antioxidantien des Honigs durchgef├╝hrt wurden, m├╝ssen in Zukunft noch weitere Forschungen zum genauen Wirkmechanismus betrieben werden.

Achtung

Manuka-Honig Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Wie bei jedem Naturstoff k├Ânnen im Manuka-Honig potenziell toxische Substanzen enthalten sein, die sch├Ądliche Nebenwirkungen hervorrufen. Daher ist es wichtig auf ein qualitativ hochwertiges Produkt mit hohem Reinheitsgrad zur├╝ckzugreifen, beispielsweise aus dem Reformhaus.

Bei Heilpflanzen und Naturprodukten wie Honig besteht immer die Gefahr einer allergischen Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe. Im Falle einer bekannten Allergie bzw. bei Auftreten von ├ťberempfindlichkeitsreaktionen nach der Verwendung darf der Honig nicht weiter angewendet werden. In einem Experiment wurde festgestellt, dass bei einer 50-prozentigen Manuka-L├Âsung eine ohrensch├Ądigende (ototoxische) Wirkung auftreten kann.

Bei Diabetes darf Manuka-Honig nicht verwendet werden. So gibt es Hinweise darauf, dass er die diabetische Wundheilung beeintr├Ąchtigt. Auch scheint das Risiko f├╝r Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Diabetiker:innen erh├Âht zu sein. Bei der inneren Einnahme von Manuka-Honig stellt der hohe Zuckergehalt ohnehin ein Problem f├╝r Menschen mit Diabetes dar. Zur weiteren Analyse der Nebenwirkungen sind weitere Forschungen erforderlich. Grunds├Ątzlich sehen Wissenschaftler:innen im Vergleich zu den potenziellen Risiken aber eher den gesundheitlichen Nutzen von MGO in ihren Dokumenten.

S├╝dseemyrte
Manuka

Manuka

Inhaltsstoffe

Von den etwa 100 verschiedenen Inhaltsstoffen im Manuka-Honig ist das Methylglyoxal (MGO) der wichtigste Stoff. Im Jahr 2008 entdeckten Wissenschaftler:innen der Technischen Universit├Ąt in Dresden in Laboruntersuchungen die sehr hohe Konzentration von MGO im Honig, dem eine nachweisbare antibakterielle Wirkung zugeschrieben wird.

A-ha

So entsteht MGO

Der Hauptbestandteil im Manuka-Honig ist Methylglyoxal, kurz: MGO, dessen Vorstufe das Kohlenhydrat Dihydroxyaceton ist. Dieses steckt im Nektar der S├╝dseemyrte. Der Nektar wird von den Bienen gesammelt und von Bakterien im Darm der Biene zu Honig umgewandelt. MGO ist also nicht sofort im Manuka-Honig enthalten. Wichtig f├╝r den Umwandlungs- und Reifungsprozess von DHA in MGO in der 37┬░ Celsius warmen Bienenwabe ist die Vermischung von DHA mit dem Speichel der Bienen und die Trocknung des Honigs in der Wabe. Methylglyoxal entsteht erst durch Dehydrierung von Dihydroxyaceton. Der Vorgang nimmt einige Monate in Anspruch, bis der Honig den maximalen Wert an MGO ausgebildet hat. Wie hoch der Wert ist, h├Ąngt daher immer auch von der DHA-Konzentration im Bl├╝tennektar der Pflanze ab.

Forscher:innen haben versucht, die Bildung von Methylglyoxal durch k├╝nstliche Erhitzung zu beschleunigen, was sich jedoch als nicht erfolgreich erwies. Bis die hohe Konzentration von MGO im Honig erreicht ist, muss jedoch eine gewisse Zeit (im Bienenstock) vergehen.

Weitere h├Ąufig vorkommende Komponenten im Manuka-Honig sind Methylsyringate und Leptosin. Beide Stoffe sind Antioxidantien, die eine Radikalf├Ąngeraktivit├Ąt aufweisen sollen.

Auch wenn der gesundheitliche Wert des Honigs in erster Linie seinem hohen Gehalt an Methylglyoxal zugeschrieben wird, sind noch andere Inhaltsstoffe enthalten. Zum Beispiel das Enzym Glucose-Oxidase, kurz GOD. GOD ist in den k├Ârpereigenen Sekreten von Bienen enthalten. Diese f├╝hren dem Nektar das Sekret w├Ąhrend des Transports von der Bl├╝te zum Bienenstock zu. Die Glucose-Oxidase ist f├╝r die Oxidation der Glucose unter Bildung von Wasserstoffperoxid und Glucons├Ąure verantwortlich. Wasserstoffperoxid sch├╝tzt den Honig vor Pilzen und Keimen, tr├Ągt also auch zu den keimt├Âtenden und keimhemmenden, antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften des Honigs bei.

Zudem wird D-Glucono-╬┤-Lacton gebildet, dass im weitesten Sinne zu den Kohlenhydraten geh├Ârt, den pH-Wert des Honigs senken und ebenfalls eine nat├╝rliche antibakterielle Wirkung aus├╝ben soll. D-Glucono-╬┤-Lacton macht den Honig lagerstabil. Honig verf├╝gt au├čerdem ├╝ber eine nur geringe Wasseraktivit├Ąt, was ihn f├╝r die meisten Mikroorganismen unbewohnbar macht.

Dar├╝ber hinaus sind Kohlenhydrate, Monosaccharide (Glukose, Fruktose), Aminos├Ąuren, sekund├Ąre Pflanzenstoffe (Flavonoide), Phenols├Ąuren, Mineralstoffe (Magnesium, Kalium, Kalzium), Enzyme, Wasser, Lipide, Vitamine (B1, B2, B6) und Propolis im Manuka-Honig enthalten.

Bei Propolis handelt es sich um ein von Bienen produziertes Kittharz oder Bienenharz, dass den Bienenstock vor Eindringlingen wie Bakterien, Viren und Pilzen sch├╝tzt. F├╝r die Wirkung ist wiederum die in Propolis enthaltende p-Cumars├Ąure verantwortlich, ein antimikrobielles Peptid. Wie hoch der Propolis-Gehalt im Honig ist, variiert hinsichtlich der Verarbeitung. Im Propolis enthalten sind au├čerdem Galangin, Pinocembin und Phenols├Ąuren, die entz├╝ndungshemmende und antioxidative Eigenschaften aufweisen sollen.

Tabelle 1: Manuka-Honig Inhaltsstoffe
Manuka Inhaltsstoff Beschreibung
Methylglyoxal (MGO, 2-Oxopropanal) folgt
Dihydroxyaceton (DHA, Glyceron) folgt
Methylsyringate und Leptosin folgt
Glucose-Oxidase (GOD) folgt
Wasserstoffperoxid (H202) folgt
D-Glucono-╬┤-Lacton (Glucono-1,5-lacton) folgt
Kohlenhydrate (Saccharide) folgt
Flavonoide folgt
Mikron├Ąhrstoffe folgt
Propolis (Bienenharz) folgt
Manuka Pflanze
Manuka

Manuka

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete von Manuka-Honig sind vielseitig. Als traditionelles Hausmittel kann es unter anderem bei verschiedenen Erkrankungen der Haut, des Magen-Darm-Traktes oder zur St├Ąrkung des Immunsystems eingesetzt werden. Im Bereich der Medizin kommt der Honig haupts├Ąchlich in Form eines sterilen Medizinprodukts zur Wundheilung zum Einsatz.

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Studien zur Wirkung und den Anwendungsm├Âglichkeiten von Manuka-Honig. Ein belegbarer Nutzen ist bisher noch nicht bei allen Anwendungsbereichen in der Medizin erbracht. Die Anwendungsgebiete basieren gr├Â├čtenteils auf Erfahrungen von den Ureinwohnern Neuseelands, von ├ärzt:innen und Therapeut:innen.

Anerkannte Hauptindikationen von Manuka

Erwiesen ist bisher die antibakterielle Wirkung bei der Behandlung einer schweren und aggressiven Entz├╝ndung des Zahnbettes (Parodontitis), die f├╝r Zahnverluste sorgen kann. Vor allem aber wird Manuka-Honig im Bereich als antimikrobielles Mittel bei der Wundheilung angewendet.

Innerliche Anwendung f├╝r Manuka-Honig bei
Hals, Nasen, Ohren, Z├Ąhne
  • Parodontitis (Entz├╝ndung des Zahnbettes)
Äusserliche Anwendung für Manuka-Honig bei
Haut, Haare
  • Wundheilung

Traditionelle Anwendungsbereiche von Manuka-Honig

Als traditionelles Hausmittel der Maori sind unterschiedliche innere und ├Ąu├čerliche Anwendungen mit Manuka-Honig bekannt. Dazu geh├Âren unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, entz├╝ndliche Hauterkrankungen, Wunden und Geschw├╝re, Erk├Ąltungen sowie entz├╝ndliche Prozesse im Mund- und Rachenraum.

Innerlich:

  • Erk├Ąltungen
  • Grippe
  • Entz├╝ndungen der Nasenschleimh├Ąute und Nasennebenh├Âhlen
  • Mundhygiene
  • Zahnprobleme
  • Reizungen durch Candidapilze
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Magengeschw├╝re
  • Entz├╝ndliche Darmerkrankungen
  • Bakterielle Infektionen

├äu├čerlich:

  • Oberfl├Ąchliche Wunden, Schnitte, Sch├╝rfwunden
  • Entz├╝ndliche Hauterkrankungen
  • Schuppenflechte (Psoriasis)
  • Neurodermitis
  • Ekzeme, Hautausschl├Ąge
  • Entz├╝ndliche Hauterkrankungen
  • Pilzinfektionen der Haut
  • Leichte Verbrennungen
  • Insektenstiche
  • Sonnenbrand
  • Juckreiz
  • Pickel, Akne und Akne-Narben
  • Lippenherpes

Manuka-Honig bei Magen-Darm-Erkrankungen

Manuka-Honig kann mit seiner antimikrobiellen Wirkung innerlich zur Behandlung bei Magen-Darm-Beschwerden, zum Beispiel bei einer Infektion mit dem Krankheitserreger der Gattung Campylobacter angewendet werden. Campylobacter sind Bakterien, die eine sogenannte Campylobacteriose verursachen. Dabei handelt es sich um eine entz├╝ndliche Durchfallerkrankung, die mit Symptomen wie Durchfall (Diarrhoe), Fieber, Kr├Ąmpfen und Bauchschmerzen einhergeht. Die Infektionsquelle ist meistens ein verunreinigtes tierisches Nahrungsmittel. Manuka-Honig soll das Wachstum und die Verbreitung der Bakterien hemmen, sogar dann noch, wenn der Honig durch die Fl├╝ssigkeiten im Darm verd├╝nnt wird.

Weiterhin zeigt sich eine Aktivit├Ąt gegen das Bakterium Helicobacter pylori. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das f├╝r die meisten Magengeschw├╝re und Magenschleimhautentz├╝ndungen verantwortlich ist. Laut Studien hemmt Manuka-Honig ab einer Konzentration von 5 % das Wachstum des Helicobacter pylori Bakteriums.

Manuka-Honig bei Zahnfleischentz├╝ndungen

Trotz des hohen Zuckeranteils im Honig wird laut Studien die antibakterielle, entz├╝ndungshemmende, wundheilende und antiseptische Wirkung von Manuka-Honig bei Entz├╝ndungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt, wie zum Beispiel bei Zahnfleischentz├╝ndungen oder zur F├Ârderung der Mundhygiene. F├╝r die Wirkung sollte der Methylglyoxal-Wert jedoch entsprechend hoch sein.

In Studien konnte beobachtet werden, dass eine regelm├Ą├čige Anwendung des Honigs kariesf├Ârdernde Bakterien, Zahnbelag und Zahnfleischbluten reduzieren kann. Zum Einsatz kamen verschiedene Anwendungsformen wie eine aus dem Honig hergestellte Mundsp├╝lung, ein Kaugummi oder der pure Manuka-Honig, der zweimal t├Ąglich auf die Z├Ąhne und Zunge aufgetragen und f├╝r eine Minute im Mund behalten wurde.

Im Zuge dessen wurde die Anwendung mit z├Ąhem oder fl├╝ssigem Manuka-Honig bei einer Gingivitis untersucht. Eine Gingivitis ist eine akute oder chronische Zahnerkrankung, die durch bakteriellen Zahnbelag mit anschlie├čenden Zahnfleischentz├╝ndungen verursacht wird. Haupts├Ąchlich sind Bakterien die Verursacher, aber auch Viren und Pilze oder eine Verletzung des Zahnfleisches k├Ânnen eine Gingivitis hervorrufen. Die regelm├Ą├čige Anwendung mit Manuka-Honig konnte den Zahnbelag reduzieren und die Beschwerden einer Gingivitis lindern.

Manuka-Honig bei Hauterkrankungen

Traditionell wird Manuka-Honig bei verschiedenen entz├╝ndlichen Hauterkrankungen eingesetzt, um die Beschwerden bei Akne, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis zu lindern. F├╝r die Anwendung bei Neurodermitis kam eine ├ťbersichtsstudie zu dem Ergebnis, dass Manuka-Honig eine lindernde Wirkung entfalten kann. Trotzdem reicht die Studienlage noch nicht f├╝r eine allgemeine Empfehlung bei Neurodermitis aus. Eine antivirale Wirkung von Manuka-Honig auf das Varicella-Zoster-Virus zur ├Ąu├čerlichen Behandlung von (Lippen-) Herpes (Zoster-Ausschlag) konnte ebenfalls beobachtet werden.

Manuka-Honig bei Wunden und Geschw├╝ren

Manuka-Honig soll ├╝ber eine wundheilende, antibakterielle, antiseptische und entz├╝ndungshemmende Wirkung verf├╝gen und wird daher von Mediziner:innen zur Unterst├╝tzung der Wundheilung bei schlecht heilenden Wunden und Geschw├╝ren eingesetzt. Eines der gro├čen Probleme sind h├Ąufig Infektionen, die eine Heilung der Wunde erschweren. F├╝r die lokale Behandlung mit Manuka-Honig werden spezielle Wundverb├Ąnde verwendet, die mit Gamma-Strahlung sterilisiert und als Medizinprodukte zugelassen sind.

Laut einer Studie konnte die antibakterielle Wirkung von Manuka-Honig sogar auch Resistenzen von Bakterien gegen├╝ber dem Antibiotikum Oxacillin wieder aufheben. Auch wenn Bakterien wiederum Resistenzen gegen Manuka-Honig entwickeln k├Ânnen, stellt das fl├╝ssige Gold wahrscheinlich ein Erfolg versprechendes Mittel dar, um als Alternative oder in Kombination mit Antibiotika die Wundheilung zu unterst├╝tzen. In klinischen Fallberichten wurde festgehalten, dass einige Wunden erst durch die Therapie mit Manuka-Honig verheilen konnten. Auch kommen umfangreiche Studien zu dem Ergebnis, dass Wunden schneller, besser und manchmal auch schmerzfreier heilten.

Zahlreiche kleine, aber qualitativ eher m├Ą├čige Studien zur Lokaltherapie mit Honig bei chronischen Wunden zeigen ebenfalls vielversprechende Ergebnisse. Weitere qualitativ hochwertige, kontrollierte Studien sind aber weiterhin erforderlich, um eine allgemeine Empfehlung auszusprechen. Generell k├Ânnte sich eine Honigtherapie als eine gute und kosteng├╝nstige Alternative bei Wundbehandlungen etablieren.

F├╝r die Behandlung von offenen Wunden sollte Manuka-Honig immer in Form eines sterilisierten Medizinprodukts eingesetzt werden. Ein als Nahrungsmittel erworbener Manuka-Honig eignet sich daf├╝r nicht, denn es besteht die M├Âglichkeit, dass bestimmte Keime wie das Bakterium Clostridium botulinum als Sporen im unbehandelten Honig ├╝berleben. Clostridium botulinum kann den seltenen, aber sehr gef├Ąhrlichen Wundbotulismus hervorrufen.

Manuka-Honig bei Erk├Ąltungskrankheiten

Die Wirkung von Manuka-Honig als antimikrobielles Mittel bei infekti├Âsen Erkrankungen der Atemwege konnte noch nicht in Studien belegt werden. Trotzdem halten Forscher:innen die Wirksamkeit aufgrund der antibakteriellen, antiviralen und entz├╝ndungshemmenden Wirkung des Honigs f├╝r denkbar. In Versuchen konnte aber eine Hemmung des Grippevirus oder Herpes-simplex-Virus (Verursacher von Lippenherpes) festgestellt werden.

Bei einer Rhinosinusitis (RS) sind sowohl die Nasenschleimh├Ąute (Rhinitis) als auch die Schleimh├Ąute der Nasennebenh├Âhlen (Sinusitis) entz├╝ndet. Bakterielle Erreger wie zum Beispiel Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus k├Ânnen neben vielen anderen Bakterien oder auch Viren eine Rhinosinusitis verursachen.

Wissenschaftler:innen untersuchten in in-vitro Studien die Wirkung von Methylglyoxal auf beide Erreger. ÔÇ×In-vitroÔÇť bedeutet, dass die Untersuchungen in einer k├╝nstlichen Umgebung au├čerhalb des lebenden Organismus durchgef├╝hrt werden. Eine hemmende Wirksamkeit von Manuka-Honig auf Pseudomonas aeruginosa konnte best├Ątigt werden, weil der Honig eine Zelllyse verursacht. Bei einer Zelllyse sorgt ein gesundes Immunsystem durch bestimmte T-Lymphozyten (zytotoxische Killerzellen) daf├╝r, dass viren- oder bakterienhaltige Zellen erkannt, aufgel├Âst und abgebaut werden. Manuka-Honig zeigt auch eine Wirksamkeit gegen Staphylococcus aureus. Eine Honigbehandlung trug zu einer deutlichen Hemmung des Wachstums von Bakterienzellen bei.

Manuka-Honig bei Krankenhausinfektionen

Das Bakterium Stenotrophomonas maltophilia wird oft mit einer Krankenhausinfektion in Zusammenhang gebracht, die auch als nosokomiale Infektion bezeichnet wird. Risikofaktoren f├╝r Krankenhausinfektionen sind l├Ąngere Krankenhausaufenthalte, insbesondere auf Intensivstationen. Die Bakterien besiedeln dabei zun├Ąchst Atemschl├Ąuche und Harnkatheter. ├ťber Verletzungen durch Injektionsnadeln oder Katheter k├Ânnen die Bakterien in die Blutbahn gelangen und zu lebensbedrohlichen Komplikationen f├╝hren.

Aufgrund von mehrfach resistenten Keimen besteht das Risiko, dass sich die Infektion im Organismus verbreitet, weil die Behandlung mit Antibiotika nicht anschlagen kann. Es besteht dann die lebensbedrohliche Gefahr einer Lungenentz├╝ndung, Wundinfektion oder Sepsis (Blutvergiftung).

Manuka-Honig soll mit seiner antibakteriellen Wirkung gegen Stenotrophomonas maltophilia wirksam sein. Zudem konnte beobachtet werden, dass die Inhaltstoffe im Honig auch das Bakterium Acinetobacter baumannii hemmt, das Resistenzen gegen die meisten Antibiotika bildet. Dar├╝ber hinaus zeigten in-vitro Studien, dass eine Kombination aus neueren Antibiotika und Manuka-Honig-Produkten die antibakterielle Wirksamkeit verbessern kann.

Manuka-Honig zur St├Ąrkung des Immunsystems

Studien weisen zudem darauf hin, dass die Anwendung von Manuka-Honig einen positiven Einfluss auf unser Immunsystem hat. Im Fokus der Untersuchungen standen sowohl die entz├╝ndungshemmende als auch die entz├╝ndungsf├Ârdernde Funktion des Immunsystems. Dringen Erreger in den K├Ârper ein, ist die Entstehung einer Entz├╝ndung zun├Ąchst eine wichtige Reaktion des Immunsystems. Zumindest wenn sie kontrolliert abl├Ąuft und dazu beitr├Ągt, die Angreifer zu eliminieren.

Der Verzehr von Manuka-Honig bei der Behandlung von entz├╝ndlichen Magengeschw├╝ren und chronisch entz├╝ndlichen Darmerkrankungen k├Ânnte hilfreich sein und die Beschwerden lindern. F├╝r die Wirksamkeit bei entz├╝ndlichen Magen-Darm-Problemen, bedarf es noch weiterer, umfangreicherer Studien.

Manuka Honig
Manuka

Manuka

Anwendung

Manuka Pr├Ąparate, insbesondere Manuka-Honig und damit hergestellte Produkte,sind inzwischen in vielen verschiedenen Darreichungsformen im Handel erh├Ąltlich. Im t├Ąglichen Hausgebrauch wird der Honig gerne als gesundes Superfood oder als Bestandteil in Cremes, Salben oder Gelen bei Hautbeschwerden oder als Lutschtabletten zur St├Ąrkung des Immunsystems genutzt.

Honig

Manuka-Honig Kosmetik

In der Kosmetikbranche stehen Produkte mit Manuka-Honig hoch im Kurs. Viele Kosmetik-Labels stellen inzwischen Anti-Falten-Cremes, Feuchtigkeitscremes, Gesichtsreiniger und Gesichtsmasken, K├Ârperlotionen, Augengele, Haarkuren und Seifen her, die Manuka-Honig als Bestandteil beinhalten. Mit seinen antibakteriellen und entz├╝ndungshemmenden Eigenschaften soll der Honig au├čerdem Feuchtigkeit spenden, f├╝r einen ebenm├Ą├čigen Teint sorgen und die Regeneration der Haut unterst├╝tzen.

Der Anti-Aging-Effekt von Manuka-Honig-Produkten konnte bisher nicht in Studien gesichert werden. Forscher:innen konnten in Tierversuchen jedoch Hinweise f├╝r eine Anti-Aging-Wirkung von ├ľlen mit Manuka-Honig finden. Demnach k├Ânnten Hautalterungsprozesse, die durch UV-B-Strahlung entstehen, m├Âglicherweise durch die Anwendung mit einem 10-prozentigen Manuka-├ľl verlangsamt werden.

Bei Anti-Aging-Effekten steht die antioxidative Wirkung des Honigs im Vordergrund. Durch UV-Strahlung entstehen vermehrt freie Radikale. Dabei handelt es sich um Zwischenprodukte des Stoffwechsels. Es sind aggressive, chemische Sauerstoffmolek├╝le, die in den Zellen entstehen und zur Hautalterung beitragen. Antioxidantien k├Ânnten m├Âglicherweise die sch├Ądigende Wirkung von freien Radikalen mildern.

Sitzbad

Manuka Honig Bad

Bei spr├Âder und rissiger Haut 2-3 Essl├Âffel Manuka Honig mit einem Glasstab in das warme Vollbad r├╝hren. Bei Erk├Ąltungskrankheiten k├Ânnen dem Manuka Honig noch einige Tropfen ├Ątherisches ├ľl von Thymian oder Zistrose hinzugef├╝gt werden. Dies kann die antivirale Wirkung unterst├╝tzen.

Dosierung Vollbad:
Bei Hautproblemen: 2-3 EL Manukahonig
Bei Erk├Ąltungskrankheuten: 2-3 EL Manukahonig plus 5-10 Tropfen ├Ątherisches ├ľl

├ľl

Manuka-├ľl

Bei spr├Âder, rissiger Haut, kleinen Wunden oder kleinen Verbrennungen, kann der Manuka Honig auf die Haut aufgetragen werden. Daf├╝r 1 EL Manuka Honig mit 1 EL Mandel├Âl oder Calendula├Âl in einem ausgekochten Sch├Ąlchen oder Marmeladenglas zu einer homogenen Masse vermengen. Anschlie├čend kann die Emulsion auf die Beschwerdestelle aufgetragen oder sanft einmassiert werden.

Bei gro├čfl├Ąchigen, schmerzenden oder entz├╝ndeten Wunden bitte erst einen Arzt oder Apotheker aufsuchen!

Manuka

Manuka

Botanische Infos

Manuka ist eine Heilpflanze, die in abgelegenen Buschw├Ąldern Neuseelands fernab der Zivilisation w├Ąchst. Eine besondere Bedeutung haben die Bl├╝ten des Strauchs, aus denen Bienen den Nektar sammeln, um den wertvollen Manuka-Honig herzustellen.

Die S├╝dseemyrte, auch Manuka genannt, ist eine immergr├╝ne strauchige Pflanze aus der Familie der Myrtengew├Ąchse (Myrtaceae). Die wissenschaftliche Bezeichnung des Strauchs lautet Leptospermum scoparium. Die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, gaben der Pflanzen den Namen ÔÇ×ManukaÔÇť. Sie verwenden sowohl die Bl├Ątter und Rinde der Pflanze als auch den von Bienen hergestellten Honig f├╝r medizinische Zwecke. Aus den Bl├Ąttern br├╝hten sie einen Tee, weshalb die Manuka-Pflanze auch als neuseel├Ąndischer Teebaum bezeichnet wird.

Die S├╝dseemyrte ist ein sehr langsam wachsender Zierstrauch, der eine Wuchsh├Âhe von sechs bis acht Metern erreichen kann. Zum Gedeihen ben├Âtigt die Pflanze einen feuchten Boden. Sie w├Ąchst bevorzugt im abgelegenen Tiefland und in den subalpinen Regionen Neuseelands, an H├Ąngen, Flussufern, Waldr├Ąndern und Geb├╝schen.

Die jungen Bl├Ątter und Zweige der S├╝dseemyrte sind von silbrigen Haaren umh├╝llt. Sie werden vier bis zw├Âlf Millimeter lang und eins bis vier Millimeter breit. Die aufrechten, nadelartigen, spitzen Bl├Ątter k├Ânnen zwei unterschiedliche Formen aufweisen. Sie sind schmal-lanzettlich, elliptisch oder eif├Ârmig mit einem herzf├Ârmigen Grund. Die Bl├Ątter verf├╝gen dar├╝ber hinaus ├╝ber ├Ątherische ├ľle, die beim Zerreiben freigesetzt werden und ein w├╝rziges Aroma verbreiten.

In der Bl├╝tezeit von M├Ąrz bis Juni entstehen die dicht in den Blattachseln sitzenden, wei├čen bis r├Âtlichen, f├╝nfz├Ąhligen Bl├╝ten der Manuka. Sie sind ein wahrer Anziehungspunkt f├╝r die Bienen, die aus dem Nektar den ber├╝hmten Manuka-Honig herstellen. In den f├╝nfk├Ąmmerigen, holzigen Kapselfr├╝chten der S├╝dseemyrte reifen die winzig-feinen, l├Ąnglichen Samen in gro├čer Zahl heran.

Manuka

Manuka

Studien und Wissenschaft

Manuka-Honig ist kein anerkanntes traditionelles pflanzliches Arzneimittel nach ┬ž39 HMCP/EMA. Dennoch ist es weltweit ein begehrtes und stark nachgefragtes Bienenprodukt und st├Â├čt in der wissenschaftlichen Forschung auf gro├čes Interesse, um die heilsamen Wirkmechanismen des Honigs belegen zu k├Ânnen. Wie sieht der Stand der Wissenschaft aus?

Im Jahr 1981 erforschte Professor Peter C. Molan (1943-2015) an der neuseel├Ąndischen Universit├Ąt Waikato die heilsame Wirkung von Manuka-Honig und wies die hohe antimikrobielle Wirkung nach. Im Jahr 2006 stellten Wissenschaftler:innen um Henle an der TU Dresen fest, dass sich hinter den antimikrobiellen Eigenschaften der Wirkstoff Methylglyoxal verbirgt.

Inwieweit Manuka-Honig ├╝ber verschiedene Heilwirkungen verf├╝gt, ist wissenschaftlich nach wie vor nicht belegt. F├╝r manche Anwendungsgebiete zeichnen sich positive Ergebnisse ab. Labornachweise deuten zum Beispiel bei Nasennebenh├Âhlenentz├╝ndungen auf eine Wirksamkeit hin. Gegenstand der zuk├╝nftigen Forschung sind die vielen m├Âglichen Anwendungsgebiete wie zum Beispiel schlecht verheilende Wunden, Infektionen, Hauterkrankungen, Mundhygiene, Magen-Darm-Erkrankungen und Krebstherapie.

Hier finden Sie einen groben ├ťberblick ├╝ber den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Einsch├Ątzung. 

  • Das antibakterielle Wirkungsspektrum wurde durch zahlreiche klinische Studien und in-vivo Studien festgestellt. Untersucht wurden orale Infektionen, Hautentz├╝ndungen und Hautreizungen, Darmentz├╝ndungen bis hin zu Infektionen durch nosokomiale Krankheitserreger (Krankenhausinfektion).
  • Eine systematische ├ťbersichtsarbeit kam im Jahr 2015 zu dem Ergebnis, dass die Wirksamkeit von Manuka-Honig bei der Wundbehandlung im Vergleich zu anderen Therapien nicht im Allgemeinen best├Ątigt werden kann. Der Grund daf├╝r liegt in der Vielseitigkeit der Wundarten.
  • Eine Evidenz von hoher Qualit├Ąt besteht jedoch bei der Behandlung von Verbrennungen der ersten Teilschicht der Haut. Im Vergleich zu herk├Âmmlichen Wundverb├Ąnden konnten medizinische Verb├Ąnde mit Manuka-Honig f├╝r eine schnellere Heilung von vier bis f├╝nf Tagen sorgen.
  • Bei infizierten Wunden nach operativen Eingriffen besteht eine etwas moderatere Wirksamkeit von Manuka-Honig-Verb├Ąnden im Vergleich zu einer Behandlung mit antiseptischen Mitteln und anschlie├čendem Verband.
  • Nicht gesichert ist die Wundbehandlung mit Manuka-Honig bei unterschiedlichen akuten und chronischen Wundarten, Dekubitus (Druckgeschw├╝r), ven├Âsen Beingeschw├╝ren, diabetischen Fu├čgeschw├╝ren. Es besteht nur eine Evidenz von geringer Qualit├Ąt, ob die Therapie mit medizinischem Manuka besser ist als andere Behandlungen.
  • Wenige Tierversuche und klinische Studien deuten darauf hin, dass eine feuchte Wundbehandlung mit Manuka-Honig bei nicht-chronischen Verletzungen aufgrund eines operativen Eingriffs die Heilung unterst├╝tzen kann.
  • Als gesichert gilt die Behandlung mit Manuka-Honig mit einem hohen MGO-Gehalt aufgrund der antibakteriellen Wirkung bei einer schweren und aggressiven Form der Parodontitis.
  • Die wissenschaftliche Deutsche Gesellschaft f├╝r Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW) bef├╝rwortet die lokale Behandlung von chronischen Wunden mit Manuka-Honig nicht. Als Grund gibt die Fachgesellschaft die Schmerzentwicklung aufgrund von MGO an.

Die Datenlage ├╝ber m├Âgliche gesicherte Anwendungsgebiete von Manuka-Honig ist nach wie vor d├╝rftig. Die zunehmende Antibiotikaresistenz von Bakterien stellt heutzutage ein gro├čes medizinisches Problem dar, sodass die Erforschung alternativer Therapeutika wie Manuka-Honig ein zentrales Anliegen ist.

Um verschiedene klinische Anwendungen, Wirksamkeiten und die Sicherheit von Manuka-Honig nachweisen zu k├Ânnen, sind weitere Studien erforderlich. Auch der Mechanismus und die aktiven Komponenten, die sich hinter der Wirkung verbergen, konnten noch nicht abschlie├čend Untersuchungen festgestellt werden.